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Schnee, Eisregen und Glatteis bremsen Deutschland aus

Veröffentlicht 17. Januar 2024Zuletzt aktualisiert 17. Januar 2024

Kräftige Schneefälle, extremes Glatteis - in vielen Regionen Deutschlands gilt Alarmstufe Rot. Besonders betroffen sind die Mitte und der Süden. Am Flughafen Frankfurt wurden alle Starts ausgesetzt.

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Eine sehr dicke, bröckelige Eisschicht auf einer Straße
Eine dicke Eisschicht bedeckt eine Straße in der bayerischen Landeshauptstadt München Bild: picture alliance / Wolfgang Maria Weber

Glatte Straßen und Gehwege - im Südwesten Deutschlands hat gefrierender Regen am Mittwochmorgen für stark vereiste und rutschige Fahrbahnen gesorgt. Generell warnt der Deutsche Wetterdienst vor einer sehr hohen Glatteisgefahr durch gefrierenden Regen in den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland, Sachsen, Thüringen sowie Baden-Württemberg und Bayern im Süden des Landes.

Aufenthalte im Freien und Autofahrten sollten den ganzen Mittwoch über vermieden werden, so die Meteorologen. Es bestehe große Gefahr für Leib und Leben.

Glatteis im Westen und Süden

In ganz Bayern herrscht Alarmstufe Rot. In einigen Kreisen ist die Lage noch kritischer, hier gilt Alarmstufe Lila, die amtliche Warnung vor extremem Unwetter.  Möglich seien auch Stromausfälle oder Unterbrechungen beim Mobilfunk, so die Behörden. Im bayerischen Regierungsbezirk Mittelfranken sowie zahlreichen weiteren Städten und Landkreisen fiel wegen des Winterwetters der Präsenzunterricht an den Schulen aus.

Ein Winterdienstfahrzeug auf einer vereisten Straße in Dachau
Eine völlig vereiste Straße in Dachau (Oberbayern)Bild: Frederick Mersi/dpa/picture alliance

Die Polizei in Baden-Württemberg, Bayern und auch im Saarland - das im äußersten Südwesten Deutschlands liegt - berichtete bereits von vielen Verkehrsunfällen. Vorerst sei es jedoch zumeist bei Blechschäden geblieben. Auf der Autobahn A6 im Saarland saßen die Autofahrer morgens nach einem Unfall drei Stunden lang in ihren Fahrzeugen fest. Allein im Saarland ereigneten sich mehr als 80 Unfälle.

Menschen gehen sehr vorsichtig über einen vereisten Weg
Vereiste Gehwege auch in Saarbrücken, der Landeshauptstadt des Saarlands Bild: BeckerBredel/picture alliance

Auch für den Süden des westlich gelegenen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen gibt es aufgrund starker Schneefälle eine Warnung. Schulen in der Region Aachen, Köln, Olpe und Winterberg blieben vorsorglich geschlossen. Auch in Hessen gibt es an vielen Schulen keinen Präsenzunterricht. 

Flughafen Frankfurt: Maschinen starten nicht 

Am Airport Frankfurt am Main, dem größten Luftverkehrskreuz in Deutschland, sind nach Angaben des Betreibers Fraport bereits knapp 600 der 1047 geplanten Flüge annulliert worden. Am Mittag mussten alle Starts wegen des anhaltenden Eisregens vorerst gestoppt werden. Die Maschinen könnten nicht mehr sicher enteist werden, sagte ein Sprecher. Auch viele Flugzeuglandungen wurden gestrichen. 

Eine Lufthansa-Maschine wird vor dem Start enteist
Vor dem Start müssen die Maschinen - wie hier am Flughafen München - aufgrund der niedrigen Temperaturen enteist werden Bild: Matthias Schrader/AP Photo/picture alliance

Am Flughafen München wurden 254 der insgesamt 650 geplanten Starts und Landungen gestrichen. Der Flughafen Saarbrücken hat den Betrieb eingestellt. Am Berliner Hauptstadtflughafen gibt es vereinzelt Ausfälle.

Reisende müssen sich zudem auf Ausfälle bei der Deutschen Bahn und bei Busunternehmen einstellen. Entsprechende Warnungen veröffentlichte die Bahn auf ihrer Seite im Internet. Die Höchstgeschwindigkeit der ICE-Schnellzüge sei vorsorglich auf 200 Kilometer pro Stunde gedrosselt worden, hieß es weiter. Viele ICE-Züge zwischen Stuttgart beziehungsweise Frankfurt und der französischen Hauptstadt Paris fahren nicht. 

Eisregen und Schnee auch in Frankreich

Ein Wintereinbruch mit Schnee und Eisregen setzt auch der französischen Grenzregion zu Deutschland zu. Im Elsass und in Lothringen gab es Unfälle und Verkehrsbehinderungen. Auf Hauptverkehrsachsen gilt ein Fahrverbot für Lastwagen. Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Autos bei Longwy kam am späten Dienstagabend eine junge Frau ums Leben, weitere Insassen wurden schwer verletzt, wie die Zeitung "Le Républicain Lorrain" berichtete.

In der Nordhälfte Frankreichs gilt für 31 Departements eine Unwetterwarnung. Örtlich werden bis zu 20 Zentimeter Schnee und schwierige Straßenverhältnisse erwartet.

se/AR (dpa, afp, br.de, phoenix)

Redaktionsschluss 16.00 h MEZ. Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.